Der BarAbend: Warum wir ihn eingeführt haben und warum er wirkt

barAbend

Ein After-Work-Format, das Begegnungen ohne Agenda möglich macht.

Es gibt Formate, die entstehen am Whiteboard. Und es gibt Formate, die entstehen aus einem Gefühl. Der BarAbend gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Im August haben wir beim A-TEAM zum ersten Mal die Tür, besser gesagt: die Dachterrasse, geöffnet. Nicht für ein klassisches Networking-Event. Nicht für einen Paneltalk mit warmem Weißwein. Sondern für einen Abend, der bewusst nichts „will“. Außer gute Gespräche.

Und genau das war die Idee: Ein After-Work-Abend, der sich nicht nach Pflichttermin anfühlt, sondern nach Einladung.

Warum noch ein Event? Frankfurt hat doch genug davon.

Stimmt. Frankfurt hat Events. Viele. Was Frankfurt aber selten hat, sind Begegnungen ohne Agenda.

Recruiting-Veranstaltungen sind oft effizient, aber emotionsarm. Bewerber fühlen sich geprüft, Recruiter stehen unter Präsentationsdruck. Am Ende kennen alle den Jobtitel des Gegenübers, aber kaum den Menschen. Der BarAbend setzt genau hier an.

Er ist kein Bewerbungsgespräch im Stehen. Kein verstecktes Sales-Format. Kein „Lasst uns mal locker sein“-Zwang. Er ist einfach ein Abend.

BarAbend alle zusammen

Das Setting: Dachterrasse statt Konferenzraum

Dachterrasse A-TEAM

Der erste BarAbend fand an einem warmen Sommerabend statt. Frankfurt zeigte sich gnädig.

Oben, über den Straßen, mit Blick auf die Skyline, Drinks in der Hand, Musik im Hintergrund: Das verändert etwas. Nicht nur die Stimmung. Sondern das Verhalten.

Menschen sprechen anders, wenn sie nicht das Gefühl haben, beobachtet zu werden. Wenn kein Namensschild signalisiert: „Ich bin hier aus einem Grund.“ Genau das macht die Dachterrasse zum Co-Gastgeber. Hier entstehen Gespräche nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen.

Warum das Format monatlich funktioniert

Der BarAbend ist als wiederkehrendes Format gedacht, jeden ersten Donnerstag im Monat. Nicht als „Special“. Sondern als Ritual. Warum das wichtig ist? Weil Vertrauen Wiederholung braucht.

Man kommt nicht, um heute den perfekten Kontakt zu machen. Man kommt, weil man weiß: Hier darf ich einfach sein. Und weil man vielleicht beim dritten Mal genau dem Menschen begegnet, der relevant wird. Für Mitarbeitende wie Recruiter gilt: Beziehungen entstehen nicht im Sprint. Sondern im Vorbeigehen.

Und deshalb haben wir uns bewusst gegen Namensschilder, Mikrofone, Vorstellungsrunden und Bühne entschieden. Das wirkt vielleicht auf den ersten Blick unorganisiert. Ist es aber nicht. Es ist kuratiertes Loslassen. Denn sobald jemand moderiert, entsteht Hierarchie. Sobald jemand präsentiert, entsteht Distanz. Der BarAbend nimmt beides raus. Und schafft Raum. 

Warum wir den BarAbend weiterführen

Esther Kati und FEM Mädchenhaus

Für uns: ein Abend, der genau das widerspiegelt, wofür wir stehen. Wir wollten sehen, was passiert, wenn man einfach da ist. Ein Glas in der Hand. Die Skyline im Rücken. Zeit im Gepäck. Und etwas Interessantes ist passiert: Menschen blieben. Länger als geplant. Gespräche sprangen nicht sofort zu „Business“, sondern zu dem, was gerade wirklich bewegt.

Der BarAbend ist eine Erinnerung daran, dass Arbeit Beziehung ist. Dass Recruiting Vertrauen braucht. Und dass Vertrauen Zeit braucht und Räume. Nicht alles muss sofort effizient sein. Nicht jedes Gespräch muss zu etwas führen. Manchmal reicht es, wenn es ehrlich ist.

Wir lernen: Begegnungen brauchen Raum und Zeit. 

Die Arbeitswelt wird sich weiter verändern. Nicht alles wird besser. Aber manches anders. Schlechte Arbeitgeber werden es schwerer haben. Gute Haltung wird sichtbarer. Menschen werden genauer hinschauen, wo sie ihre Zeit verbringen und mit wem. Der BarAbend ist kein Lösungskonzept für all das. Aber er ist ein Anfang.

PS: Aktuell sind die Abende weiterhin noch früher dunkel. Aber bei A-TEAM an der Bar merkt man: Ein bisschen Licht reicht oft schon.

Über die Autorin

Bild von Esther Hestert
Esther Hestert

Esther ist Head of Marketing & Sales beim A-TEAM und beschäftigt sich täglich mit den Herausforderungen rund um Recruiting, Employer Branding und strategische Personalgewinnung. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Personalvermittlung sowie in Projekten im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung und der Personalentwicklung kennt sie den Markt aus unterschiedlichen Perspektiven. In ihren Blogartikeln teilt sie ehrliche Einblicke, aktuelle Trends und erprobte Strategien – praxisnah, direkt und mit einem Blick für das, was wirklich funktioniert

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